Das „Offline Odyssee“ Urgs – Warum ich im Urlaub plötzlich zum Waldläufer wurde

Verloren im Paradies: Wie Google Maps mich verließ und ich fast Teil einer Ziegenherde wurde.

Man fühlt sich so sicher im 21. Jahrhundert. Wir haben GPS, wir haben Daten-Roaming, wir haben die Welt in der Hosentasche. „Ich brauche keine Karte“, sagte ich zu meiner Begleitung. „Ich habe doch mein Smartphone. Was soll schon schiefgehen?“

Das Szenario:
Ein Mietwagen-Ausflug in den Bergen einer malerischen Mittelmeerinsel. Ziel: Eine „geheime Bucht“, die nur Insider kennen (und jeder, der die Top-10-Liste bei TripAdvisor gelesen hat).

Mein Fehler:
Ich habe darauf vertraut, dass mein Akku die 40 % restliche Ladung locker hält, während das Handy in der prallen Sonne an der Windschutzscheibe klebt. Und ich dachte, „Empfang“ sei ein universelles Menschenrecht, das auch in tiefen Schluchten gilt.

Der Urgs-Moment:
Mitten im Nirgendwo, an einer Gabelung, die auf der Karte aussah wie ein kleiner Feldweg, in der Realität aber eher an ein ausgetrocknetes Flussbett erinnerte, gab mein Handy ein letztes, klägliches Pling von sich. Schwarzer Bildschirm. Hitzeschlag. Akku tot.

Die Katastrophe:
Ohne Navi stellte ich fest, dass ich die Orientierung eines Goldfischs in einem runden Glas habe. Ich bog drei Mal links ab, fuhr zwei Mal im Kreis und landete schließlich auf einem Privatweg, der so steil war, dass unser kleiner Mietwagen anfing, nach verbrannter Kupplung und Verzweiflung zu riechen.
Das Ende der Straße? Ein Gatter und etwa 50 Ziegen, die mich anstarrten, als wäre ich der erste Tourist seit dem Fall des Römischen Reiches. Ich versuchte, den Ziegenhirten mit Händen und Füßen nach dem Weg zu fragen, aber er bot mir stattdessen nur ein Stück sehr harten Käse an und deutete vage in Richtung „Überall“.

Die Bilanz:
Nach drei Stunden Irrfahrt, einem fast leeren Tank und einem Nervenkostüm, das dünner war als das Klopapier im Billigflieger, fanden wir die Hauptstraße – durch puren Zufall. Die „geheime Bucht“ haben wir nie gesehen. Stattdessen gab es lauwarmes Wasser aus der Plastikflasche an einer Tankstelle, die nur Bargeld nahm, das ich natürlich nicht hatte.

Fazit des Tages:
Technik ist eine wunderbare Sache, solange sie Strom hat. Und: Eine echte Papierkarte braucht keinen Akku und wird nicht ohnmächtig, wenn die Sonne scheint.

Euer Urgs:
Seid ihr im Urlaub auch schon mal komplett „vom Weg abgekommen“? Standet ihr auch schon mal im Nirgendwo und wusstet nicht mal mehr, in welcher Himmelsrichtung euer Hotel liegt? Schreibt mir eure Survival-Storys in die Kommentare!

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