Das „Lauf Lust Leiden“ – Warum mein Körper beim Joggen eine Meuterei anzettelte

Der Wille aus Stahl, die Lunge aus Pappe: Wie ich versuchte, ein „Runner“ zu sein und kläglich an einer Parkbank scheiterte.

Das Szenario:
Sonntagmorgen, strahlender Sonnenschein. Ich sehe diese Leute im Park: perfekt koordinierte Laufoutfits, federnder Schritt, ein Lächeln im Gesicht. „Das will ich auch“, dachte ich. Also die alten Turnschuhe aus dem Keller geholt, die Playlist „Power-Run“ gestartet und hochmotiviert die Haustür hinter mir zugezogen.

Mein Fehler:
Ich dachte, meine Ausdauer von vor fünf Jahren sei wie Fahrradfahren – man verlernt sie nicht. Außerdem habe ich ignoriert, dass die erste Etappe meiner Strecke aus einer Steigung besteht, die auf Google Maps flach aussah, in der Realität aber eher dem Mount Everest glich.

Der Urgs-Moment:
Nach exakt 400 Metern. Mein Herz klopft nicht mehr, es trommelt einen Techno-Beat gegen meine Rippen. Meine Lunge macht Geräusche wie ein defekter Staubsauger und meine Playlist spielt ausgerechnet jetzt eine langsame Ballade. „Power-Run“ am Ende, ich auch.

Die Katastrophe:
Ich versuche, mir nichts anmerken zu lassen, als mir eine Rentnergruppe mit Nordic-Walking-Stöcken entgegenkommt. Ich simuliere ein lockeres Tempo, während mein Gesicht die Farbe einer überhitzten Tomate annimmt. Plötzlich: Ein Seitenstechen, das sich anfühlt, als hätte mir jemand ein Buttermesser in die Seite gerammt. Ich bleibe stehen, stütze mich auf meine Knie und versuche, so zu tun, als würde ich ganz fasziniert eine sehr seltene Ameisenart am Boden beobachten.

Die Bilanz:
Gesamtlaufzeit: 12 Minuten. Davon 4 Minuten Gehen, 2 Minuten Ameisen-Beobachtung und 6 Minuten ernsthaftes Hinterfragen meiner Lebensentscheidungen. Auf dem Rückweg bin ich am Bäcker vorbeigekommen und habe den Kalorienverbrauch des „Laufs“ direkt mit zwei Schokocroissants reinvestiert.

Fazit des Tages:
Joggen ist ein wunderbarer Sport für Menschen, die keine Sehnsucht nach Sauerstoff haben. Mein Körper und ich haben uns darauf geeinigt, dass „Laufen“ ab jetzt nur noch den Weg zum Kühlschrank beschreibt.

Euer Urgs:
Kennt ihr diesen Moment, wenn ihr denkt, ihr seid fit, und euer Körper euch nach zwei Minuten die Kündigung schreibt? Was war euer schlimmstes Jogging-Erlebnis? Seid ihr auch schon mal von einem Dackel überholt worden? Schreibt mir eure Running-Horrorstorys!

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